Staatsarchiv Uri
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Unsere ältesten Originale

 > Archivkatalog (04.)
   

ÖFFNUNGSZEITEN

MO: 8.00-12.00 / 14.00-18.00
DI-FR: 8.00-12.00 / 14.00-17.30
SA: 9.00-12.00


> Ausnahmen

 


     

2700-2000 v. Chr - der älteste Kulturgegenstand

Der älteste bekannte Fundgegenstand in Uri ist die im Jahre 1955 bei einem Wegbau im Mätteli in Hospental gefundene Silexpfeilspitze. Seit dem Fund liegt die 3.16 Zentimeter lange Pfeilspitze als Leihgabe des Kantons Uri im Historischen Museum in Altdorf. Eine täuschend echte Kopie ist im Talmuseum Ursern ausgestellt.


    

1500-1400 v. Chr - die ersten Siedlungsspuren

Mit der Sesshaftigkeit hinterliess der Mensch durch seine Siedlungen nachhaltigere Spuren. Aus der Zeit um 1500 v. Chr. stammen auch die ersten Keramikfunde aus den bronze- und eisenzeitlichen Siedlungen auf dem Flüeli ob Amsteg. Diese Siedlungen wurden im Jahre 1988 im Rahmen von archäologischen Forschungsarbeiten der Universität Zürich entdeckt. Das Bild zeigt ein durchlochtes Steinobjekt.

Literatur: Primas Margarita, Della Casa Philippe, Schmid-Sikimic; Archäologie zwischen Vierwaldstättersee und Gotthard, Siedlungen und Funde der ur- und frühgeschichtlichen Epochen; Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie, Band 12, Bonn 1992.
      


     

380-300 v. Chr. - die Erstfelder Goldringe

Bekanntester Fund in Uri sind die vier goldenen Hals- und drei goldenen Armringe, welche 1962 bei Verbauungsarbeiten in den Erstfelder Ribitäler gefunden wurden. Die Goldringe sind von internationaler Bedeutung und im Landesmuseum in Zürich ausgestellt. Eine Imitation befindet sich im Historischen Museum.

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60/268 n. Chr. - die älteste römische Münze

Der in der Fellilücke gefundene Antonian, welcher auf der Vorderseite die Büste des Kaisers Gallienus und auf der Rückseite den Sonnengot Sol zeigt, ist die älteste römische Münze, welche der Kanton Uri in seinem Besitze hat. Sie ist Bestandteil der Münzen- und Medaillensammlung des Staatsarchivs. Das historische Museum besitzt insgesamt neun römische Münzen. Weitere sechs Münzen lassen sich aus der Literatur ermitteln.

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1248 - das älteste Urner Siegel

Die älteste Urkunde im Staatsarchiv Uri stammt aus dem Jahre 1196 und regelt die Grenzziehung zwischen Uri und Glarus (StAUR Urk. Nr. 1). Das erste Vorkommen eines Urner Siegels ist in einer Urkunde von 1243 bezeugt. Es hängt zwar an dieser Urkunde nicht mehr, wohl aber an einer vom 16. Februar 1248 (StAUR Urk. Nr. 3) verstümmelt. Ziemlich gut erhalten ist das Siegel an einer Urkunde vom 18. November 1249 mit der Umschrift "SIGILLVM VALLIS VRANIE" (StAUR Urk. Nr. 5).
       

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1315 - das älteste Banner?

Das älteste Banner soll gemäss Pergamentaufschrift "gesin am Morgarten und zu Louppen". Das Banner ist nach der Eroberung Nidwaldens 1798 und der darauffolgenden Entwaffnung der Urkantone weggeführt und nach Bern gebracht worden. 1801 wurden die Banner dem Stand Uri wieder zurückgegeben. Heute befindet sich dieses Schmuckstück im Bannersaal des Rathauses. Ob das Banner tatsächlich bei der Schlacht am Morgarten war, ist ungeklärt; diesbezügliche wissenschatliche Textil-Untersuchungen sind bisher nicht durchgeführt worden.
    

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1387 - keine erste Spur von Tell!

In einem Landsgemeindebeschluss betreffend den Kreuzgang nach Steinen und Bürglen wird das ehemalige Wohnhaus von Wilhelm Tell erwähnt. Dieser Beschluss ist lediglich in der Allgemeinen Geschichte des Freystaats Uri von Franz Vinzenz Schmid, welche 1788 erschien, überliefert. Ein Original oder irgendeine Abschrift sind jedoch keine vorhanden. In der Geschichtswissenschaft wird angenommen, dass es sich hier um eine Fälschung handelt.
        

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1488 - der älteste Druck

Der Buchdruck mit beweglichen Metallettern wurde um 1450 von Johannes Gutenburg erfunden. Der älteste Druck auf dem Staatsarchiv ist mit dem Jahr 1488 datiert. Es handelt sich dabei um ein Choralbuch (Graduale) für die Sonn- und Feiertage (Herren- und Heiligenfeste) und die Quatembertage des Kirchenjahres sowie für Votivmessen (StAUR P-17/18). Dieser Wiegendruck stammt aus der Offizin Michael Wesslers und Jakob von Kilchens in Basel. Das Buch diente als Foliant für das Chorpult der Pfarrkirche in Altdorf.
      

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1513 - die älteste Altgülte

Die Altgülten sind Kapitalbriefe für den Kauf eines "ewigen Zinses" welcher grundlastweise als Reallast auf ein Grundstück gelegt wurden. Die älteste Altgülte im Staatsarchiv stammt aus der Gemeinde Silenen und ist auf den St.-Othmarstag des Jahres 1513 datiert. An der Altgülte hängt ein Wachssiegel des damaligen Landammanns Hans Püntener. Am 14. September 1515 fiel dieser als aktiver Pannerherr in der Schlacht von Marignano.
         

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um 1520 - der älteste Holzstich

Die ältesten Holzstiche stammen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Als bildlichen Inhalt zeigen sie das Dorfbild von Altdorf, die Rütliszene oder den Apfelschuss. Die Datierung der Stiche ist nicht immer einfach. Die zeitlich obere Grenze setzt das Jahr der Buchherausgabe. Näher eingrenzen lässt sich das Datum, wenn der Künstler im Holzschnitt wie Niklaus Manuel (um 1484-1530) sein Monogramm NMD (im Stein unter dem Tellknaben) angebracht hat.

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1548 - die ältesten Urner Münzen

1424 trat Uri aus dem Münzkreis Zürich aus und verfolgte eine eigene Münzpolitik. Der Gulden wurde für Uri vorerst die massgebende Währung. 1503 begann Uri für die Grafschaft Bellinzona in Münzgemeinschaft mit Schwyz und Nidwalden die "Bellenzer Münzen" zu prägen. Die Münzen waren für den ennetbirgischen Zahlungsverkehr gedacht und dienten unter anderem für die Soldzahlungen. Im Jahre 1548 erfolgte die Verlegung der Münzstätte von Bellinzona nach Altdorf. Damit begann auch die Prägung eigener Urner Münzen: Dicken, Kronen, Taler, Halbbatzen (unser Bild) und so weiter.


  

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1667 - das älteste Urner Landbuch

Das Original des Urner Lanbuchs von 1607/08 findet sich nicht mehr vor. Die älteste bekannte Abschrift datiert aus dem Jahre 1612. Das Staatsarchiv besitzt eine handgeschriebene Abschrift aus dem Jahre 1667. In der Rangliste der ältesten Landbücher reiht sich diese somit auf dem zweiten Platz ein. Dieses kostbare Exemplar befand sich nicht in Kantonseigentum, sondern konnte erst vor ein paar Jahren auf dem freien Markt erworben werden.

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1799 - Dorfbrand von Altdorf

Als am 5. April 1799 nach 1400 und 1693 Altdorf zum dritten Male von einer Brandkatastrophe heimgesucht wurden, brannte auch das Rathaus, in welchem das Staatsarchiv untergebracht war, nieder. Das Urner Kulturgut erlitt dadurch einen grossen Verlust.

um 1875 - die ersten Fotos

Die ersten Versuche der Photographie gehen bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Ergebnisse sind jedoch erst nach 1840 erhalten. Die ältesten Fotos, welche das Staatsarchiv besitzt, wurden beim Bau der Gotthardbahn (Kerstelenbach-Brücke bei Amsteg) um 1875 vom Fotographen Adolphe Braun (1811-1877) gemacht. In den letzten Jahren ist die Fotosammlung des Staatsarchivs durch wertvolle Privatbestände bereichert worden.
      

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1921 - Uris ersten laufenden Bilder

Die Geburtsstunde des Films wird der Vorführung der Gebrüder Lumière Ende 1895 in Paris zugerechnet. Zwei Franzosen sind auch die ältesten laufenden Bilder in Uri zu verdanken. Im Frühling 1921 reisten Lucien le Saint und Frédéric Gadmer durch die Schweiz und hielten das Altdorfer Dorfleben und die Landsgemeinde in Bötzlingen 1921 auf Film fest. Diese Filmaufnahmen sind dem Staatsarchiv Uri vom Musée Albert Kahn auf einem Videoband zur Verfügung gestellt worden.
   

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1990 - elektronische Datenträger

Mit der elektronischen Datenverarbeitung haben auch neue Datenträger die Welt erobert. Der Archivar weiss zwar die EDV sehr zu schätzen, doch gibt die Langzeitarchivierung von elektronischen Datenträger heute (noch) ungelöste Probleme auf. Als Zeichen der Kurzlebigkeit unserer heutigen technisierten Welt lagert als Schauobjekt im Archiv eine "alte" grosse schwarze 5 1/4-Zoll-Diskette. Darauf befinden sich keine Daten. Es gäbe auf dem Staatsarchiv auch kein Gerät mit einem entsprechenden Laufwerk mehr, um diese lesen zu können. Bei dieser Kurzlebigkeit ist man doch versucht, die Haltbarkeit der Gegenstände der Steinzeit zu loben. Die kamen noch ins Alter!

Copyright: Staatsarchiv Uri, Altdorf / Letzte Aktualisierung: 4.1.2017